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Gemeine Wacholder (Juniperus communis)

  • Autorenbild: Andrea
    Andrea
  • 9. Mai 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Die Gattung des Wacholders kommt ursprünglich nur auf der Nordhalbkugel vor.

Wenn man in die Vergangenheit schaut wurden viele Pflanzen verehrt, so auch der Wacholder.


Ein alter Spruch sagt, „ Ziehe deinen Hut vor dem Holunder und knie vor dem Wacholder“. Es ist Interessant, das egal in welche Kultur und in welche Zeit du auch immer schaust, der Rauch des Wacholder stand immer für Reinigung und Befreiung.

Daher wurde er zum Schutz vor bösen Geistern, Hexen, Dämonen, angehexten Krankheiten und Verfluchungen verwendet. Der Wacholder hält den Neid anderer Menschen, schlechte Energien oder negative Emotionen fern. Er stärkt beim Räuchern dein Schutzschild und hilft dir, deinen Seelenfrieden zu festigen und dein inneres Ich wieder aufzubauen. Wacholderrauch sorgt für eine klare und gesunde Atmosphäre.


Wo kommt der Wacholder her und wie sieht er aus.


Die Gattung des Wacholders kommt ursprünglich nur auf der Nordhalbkugel vor. Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse und umfasst 60 verschiedene Arten. Nur der Gemeine Wacholder und der Zwergwacholder stammt ursprünglich aus dem Mitteleuropa.

Der Gemeine Wacholder ist eine ausdauernde immer grüne Pflanze und kann sehr alt werden. Der älteste dokumentierte Wacholder soll 1000 Jahre alt sein. Stellt euch das mal vor, was der schon alles gesehen haben muss!


Aus den bestäubten, weiblichen Blüten entstehen rundliche Beerenzapfen, die im ersten Jahr grün sind und in drei Jahren zu bläulich schwarzen Beeren reifen

Der Gemeine Wacholder wächst je nach Sorte als ausladender bis kriechender Strauch oder kleiner, eiförmiger Baum und kann in unseren Breitengraden eine Höhe von 2 bis 3 m erreichen. Er besitzt stechende, graugrüne Nadeln von 1 bis 2 cm Länge, welche auf der Innenseite einen einzelnen, bereiften, weißen Streifen tragen. Zerrieben duften die Nadeln aromatisch. Sie können große Trockenheit ohne Schaden ertragen. Eine einzelne Nadel hat eine Lebensdauer von vier Jahren. Die unscheinbaren, gelblichen Blüten erscheinen an männlichen wie auch an weiblichen Pflanzen von Ende März bis Anfang Mai. Aus den bestäubten, weiblichen Blüten entstehen rundliche Beerenzapfen, die im ersten Jahr grün sind und in drei Jahren zu bläulich schwarzen Beeren reifen.

 

Wo findet man den Wacholder


Der Wacholder liebt sonnige Standorte mit mageren Böden. In Deutschland findet man die lichtliebende Pflanze vor allem auf Weiden mit kalkhaltigen Böden. In den Alpenregionen ist er zahlreicher zu finden.

Wichtig hier ist zu erwähnen das der Wacholder eine Schutzstellung hat und nicht wild gepflückt werden darf.

Wer dennoch von dieser wunder Pflanze profitieren möchte kann sie entweder im Fachhandel kauf und bei sich im Garten Pflanzen. Oder man sucht sich einen schönen gesunden Wacholder und vermehrt ihn selber über einen Steckling.


Wacholder sicher bestimmen


  • Stachelige Nadeln in Dreiergruppen? Wahrscheinlich Wacholder!

  • Bläuliche, reifende Beeren mit drei Samen? Passt!

  • Harzig-würziger Duft? Typisch Wacholder!

  • Vorsicht vor weichen Nadeln & roten Beeren – könnten giftige Doppelgänger sein!


Tipp: Bevor du Wacholder sammelst, reibe die Nadeln – der charakteristische Duft ist ein sicheres Erkennungsmerkmal!


Doppelgänger


  • Sadebaum (Juniperus sabina) – Hochgiftig!

  • Eibe (Taxus baccata) – Hochgiftig!


Merksatz: Stechen die Nadeln? Dann ist’s sicher kein Sadebaum oder Eibe!


Geschichte des Wacholder in der Ernährung und Naturheilkunde


Seit vielen Tausend Jahren wird der Wacholder als kraftvolle Heilpflanze genutzt. Bereits die Ägypter schrieben auf Papyrusrollen, dass Wacholder gegen Verdauungsbeschwerden, Harnleiden und Wassersucht helfe. Griechen, Römer sowie Germanen rühmten seine heilsame Wirkung. Hippokrates schätzte ihn als Beschleuniger bei Geburten und der griechische Arzt Dioskurides als Tonikum für Lungen und Verdauung.


So liegt es auf der Hand das wir heute noch, zum Beispiel Sauerkraut, Eintöpfe oder Wildgerichte damit würzen das hilft dem Magen zu verdauen. Wacholderholz wird auch heute noch zum Räuchern von Fleisch und Fisch verwendet um dem Geschmack zu verfeinern. Hinzu kommt das der Rauch den Wacholders eine desinfizierende Wirkung hat.


Auch Schnaps kann aus Wacholderbeeren hergestellt werden, wisst ihr welcher? Ich verrate es euch Gin.


Der Gemeine Wacholder enthält viele Inhaltsstoffe die unserem Körper gut tun. Wie ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Kampferöl, Linolensäure, Mangan, Myrcen, Oxalsäure, Phosphor, Sabinen, Terpineol, Zink, Zitronensäure und Zucker.


So wirkt er antibakteriell, antiseptisch, blutbildend, blutreinigend, entkrampfend, entwässernd, harntreibend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd. Der entströmende Dampf, der bei aufkochen der Zweige und Nadeln entsteht wirkt schleimlösend und antiseptisch und kann bei Lungenentzündung helfen. Und wenn der Wacholder verräucher wird, wirkt er desinfiziere in den Räumen.


Schon unsere Vorfahren wussten seine durchblutungsfördernde und schmerzstillend Wirkung zu nutzen. Und stellten aus den Beeren Öle und Salben her.


Der Tee aus den Beeren wirkt stak harntreibend und entschlackend. Er regt den Stoffwechsel an und hilft bei der Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit. Der Tee wirkt durchblutungsfördernd auf die Gebärmutter und kann bei Menstruationsbeschwerden Linderung verschaffen. Deshalb sollten Schwangere Frauen auf keinen Fall diesen Tee trinken. Sowie Menschen die Nierenkrankheiten haben da der Tee die Niere reizen kann.



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