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Knoblauch im Eigenanbau

  • Autorenbild: Andrea
    Andrea
  • 27. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit
Knoblauch selbst anbauen

In einer kleinen Küche lebte ein Knoblauchzehe, der von allen Zutaten gefürchtet wurde. Nicht weil er böse war, sondern weil er so unfassbar stark roch.

Als die Karotten und Zwiebeln eines Tages tuschelten, platzte er aus seiner Schale: „Was soll das Geflüster? Ohne mich schmeckt hier gar nichts!“

Die anderen schämten sich ein wenig. Sie wussten, dass er recht hatte. Also beschlossen sie, ihm endlich die Anerkennung zu geben, die er verdiente. Seitdem hieß er nicht mehr „der Stinkende“, sondern „der Geschmacksmeister“ und wenn der Topf brodelte, warteten alle auf ihn, bevor das Kochen richtig begann.


Die Geschichte ist nicht von mir aber ich fand sie so süße, deshalb musste ich sie in den Beitrag integrieren. Denn die kleine Knoblauchzehe hat schon irgendwie recht, oder?


Der Knoblauch begleitet mich schon seit ich angefangen habe, meine eigenes Gemüse selbst anzubauen. Denn es ist nicht so schwer ihn zu stecken und er ist ein sehr dankbares Pflänzchen wenn man ein paar Dinge beachtet.


Knoblauch im Eigenanbau


Knoblauch stammt aus Zentralasien, besonders aus dem Gebiet der heutigen Länder Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Dort wurde er schon vor rund 5000 Jahren angebaut und als Heil- und Gewürzpflanze genutzt.

Von Zentralasien aus gelangte Knoblauch über alte Handelswege, (die Seidenstraße) in den Nahen Osten, nach Persien, nach Indien und in den Mittelmeerraum.

In vielen antiken Kulturen wurde Knoblauch geschätzt, weil man ihm stärkende und schützende Eigenschaften zuschrieb.

Im Mittelalter Europas wurde er sowohl in der Küche als auch in der Volksmedizin häufig verwendet. Man glaubte, Knoblauch könne Krankheiten und böse Einflüsse fernhalten.

Mit der Zeit wurde er durch Handelskontakte, Kolonialrouten und Wanderbewegungen in fast alle Regionen der Welt getragen. Heute ist Knoblauch ein globales Basisgewürz und aus vielen Küchen nicht mehr wegzudenken, von mediterranen Gerichten bis zu asiatischen Klassikern.


Der Boden


Damit der Knoblauch im Eigenanbau kräftige, aromatische Knollen bildet, beginnt alles mit einer guten Vorbereitung. Der Boden sollte locker, durchlässig und humusreich sein, denn Knoblauch bevorzugt leichte bis mittelschwere Erde, die nicht zu Staunässe neigt. Ein sonniger Standort ist entscheidend. Je mehr Licht die Pflanzen bekommen, desto größer und gesünder entwickeln sich die Knollen. Vor der Pflanzung reicht es, die Erde tief zu lockern und ein wenig reifen Kompost einzuarbeiten bei schweren, tonige Böden sollten mit Sand verbessert werden. Ich pflanze die neue Generation Knoblauch immer gerne in Beete wo im Vorjahr Kohl oder Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen gewachsen sind.


Die Pflanzung


Knoblauch lässt sich auf zwei Arten anbauen: aus Zehen oder aus Samen (auch Brutzwiebeln bzw. Bulbillen genannt). Das Pflanzen aus Zehen ist die klassische und schnellste Methode. Dabei werden einzelne, ungeschälte Zehen einer gesunden Knolle verwendet. Die beste Pflanzzeit für Winterknoblauch liegt im Herbst, meist im Oktober oder November, während Sommerknoblauch im März oder April gesetzt wird.

Die Zehen werden etwa fünf bis sieben Zentimeter tief mit der Spitze nach oben in die Erde gesteckt und erhalten einen Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern.

Werden Knoblauchsamen verwendet, verläuft der Anbau etwas anders: Diese befinden sich in den sogenannten Blütenständen und werden wie kleine Körnchen eingepflanzt. Aus ihnen entwickelt sich im ersten Jahr keine vollständige Knolle, sondern eine kleine Rundzwiebel. Diese Rundzwiebel wird im Folgejahr erneut gesetzt und bildet dann eine vollwertige Knoblauchknolle. Der Prozess dauert länger, ist aber ideal, um sortenreinen Knoblauch zu erhalten oder eigenes Pflanzgut zu vermehren.


Die Pflege


Gute Pflanzpartner für Knoblauch sind Erdbeeren und Mören / Larotten

Während des Wachstums braucht Knoblauch nur mäßig Pflege. Regelmäßiges, aber sparsames Gießen ist wichtig, besonders in trockenen Frühjahrswochen. Wasser im Übermaß führt jedoch leicht zu Fäulnis. Unkraut sollte man möglichst entfernen, denn Knoblauch konkurriert nur ungern mit anderen Pflanzen um Nährstoffe. Starkes Düngen ist nicht nötig, etwas Kompost im Frühjahr genügt. Bildet der Knoblauch im Frühsommer Blütenstiele aus, kann man sie entfernen, damit die Pflanze ihre Kraft in die Knolle statt in die Blüte steckt.

Gelegentlich können Krankheiten wie Pilzbefall oder Fäulnis auftreten, besonders wenn der Boden zu nass ist. Auch die Zwiebelfliege oder Fadenwürmer gehören zu möglichen Schädlingen. Ein gut gelockerter, trockener Boden und ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen beugen vielen Problemen vor.

Zudem wirkt Knoblauch selbst abschreckend auf einige Schädlinge ein Vorteil, der ihn zu einem beliebten Begleiter im Gemüsebeet macht. Besonders gut passt er zu Möhren, Tomaten, Erdbeeren oder Rote Bete.


Die Ernte und Lagerung:


kräftige Knollen für die nächste Saison

Geerntet wird Knoblauch meist im Juli oder August, sobald die unteren Blätter deutlich

vergilbt sind, während die oberen noch etwas Grün zeigen. Die Knollen werden vorsichtig aus dem Boden gehoben und an einem luftigen Ort zwei bis drei Wochen getrocknet. Erst danach erhält der Knoblauch seine feste Schale und lässt sich gut lagern. An einem kühlen, trockenen Ort bleiben die Knollen oft viele Monate haltbar.


Wer möchte, kann ausgewählte besonders kräftige Knollen wie diese zurücklegen, sie eignen sich hervorragend als eigenes Pflanzgut für die nächste Saison.



Übersicht:

Standort

sonnig, luftig, Boden leicht bis mittelschwer, humusreich

Aussaattiefe (Samen), Aussaattiefe Zehen

0,5–1,0 cm, 5,0 cm

Keimtemperatur

12–15 °C

Keimdauer

10–14 Tage

Auspflanzen

Samen und Zehen stecken ab Oktober oder ab März

Pflanzabstand

6 × 8 cm Samen / Zehen häufig 10–15 cm

Bodenfeuchte

gleichmäßig frisch, keine Staunässe

Nährstoffbedarf

gering bis mittel, kein frischer Mist

Optimale Fruchtfolge

gute Vorfrüchte: Kohl, Gurken, Kürbis, Salat, Hülsenfrüchte; schlechte Vorfrüchte: Zwiebelgewächse (Zwiebeln, Lauch, Schnittlauch)


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