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Die Wildrose und ihre Früchte (Hagebutten) (Rosa spp.)

  • Autorenbild: Andrea
    Andrea
  • 24. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Die Blüten der Wildrose

Die Wildrose ist für mich ein faszinierendes Pflänzchen auf allen ebenen. Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, liebe ich Lebenden, Mythen und Geschichten den sie haben immer einen wahren Kern, so ist es auch bei der Wildrose.


Es ist die Legende vom „Rosenkind“. Man sagt das Rosenkind ist aus den Tränen der Erdgöttin entstanden. Und in jeden Wildrosenstrauch wohnt ein kleines lichtes Wesen, es wird als freundlich, lichtvoll aber auch scheu beschrieben. Es schützt den Busch, seine Blüten und Früchte. Wer achtsam und dankbar ist den stärkt das Rosenkind mit den Kräften der Hagebutte.

Wer allerdings zu gierig und respektlos ist, den warnen die Dornen und der Weg wird beschwerlich sein. Das Rosenkind zweigt sich nur den Menschen die ein reines Herz haben und führt sie in der Not ans Licht.


Die alte Sage vom Rosenkind wirkt für mich heute wie eine Botschaft aus einer Zeit, in der Menschen die Natur noch als lebendiges Gegenüber wahrnahmen. Wenn man sie auf unseren heutigen Umgang mit der Natur überträgt, zeigt sie mehrere wichtige Lehren. Die Botschaft der Wildrose an uns.


„Öffne dein Herz aber vergiss deine Grenzen nicht. Du bist zart und stark zugleich. Nimm nur, was du wirklich brauchst, und gib Dank zurück für alles, was dir begegnet. In dir leuchtet ein kleines, stilles Licht wie die Sonne in der Hagebutte. Hüte es, nähre es, und lass es dich durch dunkle Zeiten führen. Wenn du achtsam gehst, wird die Welt dir ihren verborgenen Zauber zeigen. Und das, was du suchst, wird dich finden.“


Zusammengefasst in 4 kurzen Sätzen bedeutet es.


Die Natur ist ein lebendiges Wesen. Behandle sie mit Respekt, Maß und Dankbarkeit. Bewahre Balance statt Ausbeute. Halte dein Herz offen, dann zeigt dir die Natur den Weg.

 

Wo kommt die Wildrose her und wie sieht sie aus?


Die Blüten der Wildrosen leuchten zart rosa bis weiß

Die Wildrose und ihre Früchte (Hagebutten) (Rosa spp.) gehört zu der Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Sie ist wohl die älteste Rosenart der Welt und begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden. Sie ist eine Heimische Wildrosenart und man fand sie in ganz Europa, Nordamerika und Westasien. Durch die Ruhelosigkeit der Menschen findet man sie heute fast überall in gemäßigten Regionen der Erde.

Die Wildrose wächst als Strauch oder kletterartiger Busch und kann bis zu 3 Metern hoch werden. Die Zweige wachsten Bogenförmig mit Dornen und sehen so aus wie Häkchen.

Die Blätter strahlen in einem hellen bis mittelgrünen Farbton und sind oval gezahnt in Fliederblättchen angeordnet.

In der Blütezeit zwischen Mai und Juni. Leuchten ihre Blüten in einem zarten Rosa oder weiß und verströmen einen leichten süßlichen betörenden Duft.

Ihre Früchte die Hagebutten sind zwischen September und Oktober reif. Sie leuchten rot bis orange und sind oval oder leicht rundlich. Und im inneren findet man kleine, harte Samen mit feinen juckenden Härchen.


Wo findet man die Wildrose (Hagebutten)?


Die Wildrose liebt sonnige bis halbschattige Plätze. Und wächst gerne an trockenen bis mäßig feuchten Böden, ist sehr robust und winterhart. Man findet sie zwischen Hecken, Waldrändern, Böschungen, alten Wegen und naturbelassenen Gebieten.


Wildrose sicher erkennen:


Man findet die Hagebutte zwischen Hecken.
  • Wuchs: Mehrjähriger, dornenreicher Strauch, 1,5–3 m hoch, mit bogenförmig überhängenden Zweigen.

  • Blätter: Unpaarig gefiedert mit 5–7 ovalen, fein gezähnten Blättchen; mattgrün und leicht ledrig.

  • Blüten (Mai–Juni): Einfache, zartrosa bis weiße Blüten mit fünf Blütenblättern und gelber, offener Mitte.

  • Dornen: Leicht gebogene, hakige Dornen, flexibel und unregelmäßig verteilt.

  • Stängel/Zweige: Dünn, rund, gut beweglich; stark verzweigt und oft ausladend.

  • Standort: Sonnig bis halbschattig; häufig an Hecken, Waldrändern, Böschungen und auf kalkhaltigen Böden.


Doppelgänger:


  • Brombeere (Rubus fruticosus): Hat steifere, sehr dichte Dornen und handförmig angeordnete Blätter statt gefiederter Blättchen.

  • Himbeere (Rubus idaeus): Die Blätter sind weicher, häufig dreiteilig und besitzen eine weißfilzige Unterseite.

  • Schlehe (Prunus spinosa): Trägt einzelne harte Holz-Dornen und schwarze Früchte, keine Hagebutten.

  • Weißdorn (Crataegus sp.): Besitzt gelappte Blätter und weiße Blüten; die Dornen sind lang und steif.



Die Geschichte der Wildrose und ihre Früchte (Hagebutten) (Rosa spp.) als Nahrungsmittel und in der Naturheilkunde


Als Nahrungsmittel:


nach dem ersten Frost sind die Hagebutten am süßesten

Die Hagebutte gehört zu den ältesten Wildfrüchten unserer Heimat. Schon in der Steinzeit sammelten unsere Vorfahren die leuchtend roten, leicht süßen Früchte der Wildrose, eine verlässliche Nahrung, die selbst im Winter noch zur Verfügung stand und ihnen in den dunklen Monaten Kraft schenkte.


Auch in der Antike wussten Griechen und Römer die Hagebutte zu schätzen. Sie bereiteten daraus energiereiches Mus und kleine Stärkepasten, die ihnen halfen, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Der natürliche Nährwert der Früchte machte sie zu einer treuen Begleiterin im Alltag.


Im Mittelalter galt die Hagebutte als wichtige Winterfrucht. Man trocknete sie, kochte daraus Mus, Suppe oder Tee und nutzte sie in ländlichen Gegenden oft als natürlichen Süßer. Sie brachte eine fruchtige Abwechslung in die sonst eher schlichte Ernährung aus Getreidebreien und Wurzelgemüse.


In Zeiten von Hunger und Entbehrung, besonders im 20. Jahrhundert, rückte die Hagebutte erneut in den Mittelpunkt. Viele Menschen sammelten sie als kostenlose und sichere Wildfrucht. Daraus entstanden Sirup, Marmelade und dickes Mus, das als Brotaufstrich oder Würze einfacher Speisen diente und ein kleines Stück Wärme in schweren Zeiten schenkte.


Auch heute ist die Hagebutte geblieben, was sie immer war, eine vielseitige und nährende Frucht. Ob als Konfitüre, Tee, Mus, Pulver oder Sirup, wir verarbeiten sie noch immer fast genauso wie unsere Vorfahren. Und vielleicht liegt gerade darin ihr Zauber. Sie verbindet uns über Jahrtausende hinweg mit der Kraft und Fülle der Natur.


In der Naturheilkunde


Die Wildrose begleitet uns Menschen schon seit den frühesten Zeiten. So hat sie unsere Vorfahren, immer wieder durch die Jahreskreise geführt. Bereits in der Steinzeit sammelte man die leuchtenden Hagebutten, wenn das Jahr dunkler wurde. Sie galten als verlässliche Kraftspenderin, die selbst im Winter noch etwas von der Sonne in sich bewahrte. Ihr Fruchtfleisch wurde gegessen, getrocknet oder zu einfachen Breien zerdrückt – eine stille, aber kostbare Unterstützung in einer kargen Zeit.


In der Antike fanden griechische und römische Heilkundige Worte für das, was viele Menschen längst spürten: dass die Hagebutte eine Pflanze ist, die wieder aufrichtet, wenn Körper und Atem erschöpft sind. Man bereitete Mus, kleine Stärkepasten oder Weinansätze aus ihr zu und nutzte sogar die zerstoßenen Kerne, alles mit dem Ziel, den Menschen wieder „in die Kraft zu bringen“.


Im Mittelalter trat die Wildrose in die Gärten der Klöster ein. Hildegard von Bingen und später Paracelsus beschrieben sie als warme, ausgleichende Pflanze, die „den inneren Saft erneuert“ eine poetische Umschreibung für das, was wir heute Vitalität nennen würden. Aus den Schalen bereitete man Tee, aus dem Fruchtfleisch stärkenden Brei, und aus den Nüsschen sanfte Einreibungen. Die Wildrose galt damals wie heute als Pflanze, die Körper und Seele gleichermaßen nähren kann.


Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wurde sie zu einem festen Bestandteil traditioneller Hausmedizin. Kräuterärzte gaben Hagebutten bei Erkältungen, Magenunruhe oder allgemeiner Schwäche. Hagebuttenwein und Sirup waren weit verbreitete Heilmittel, einfach herzustellen und wohltuend in ihrer Wirkung.


Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde die Hagebutte zur heimischen Schatzfrucht. In Zeiten, in denen es wenig gab und importierte Früchte unerreichbar waren, wendeten sich die Menschen wieder der Natur zu. Hagebutten wurden gesammelt, gekocht und zu Tee, Mus oder Sirup verarbeitet, eine vertraute Begleiterin durch Krankheit, Erholung und lange Winter. Gerade Kinder und ältere Menschen profitierten von ihrer nährenden Kraft.


In der modernen Naturheilkunde hat die Wildrose ihren festen Platz behalten. Heute schätzt man sie wegen ihrer sanften Unterstützung für Immunsystem, Gelenke und Stoffwechsel. Man verwendet die Schalen als Tee, das Fruchtfleisch als Mus oder Pulver, und aus den kleinen Nüsschen wird ein feines, tief pflegendes Öl gewonnen, das besonders in der Hautpflege beliebt ist. Auch hier bleibt die Essenz gleich: Die Wildrose stärkt von innen heraus, leise, beständig und mit einer Wärme, die man fühlen kann.


Ihr werdet immer wieder Rezepte finden was ich alles aus der Wildrose und ihren Früchten der Hagebutten anstelle.

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